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Ostfriesische Teetied

Ostfriesland, das ist plattdeutsch, steife Brise und eine spezielle Art, den geliebten Ostfriesentee zu trinken. Die ostfriesische Teetied gehört ebenso zur Kultur Ostfrieslands wie das Wattenmeer oder das Fischbrötchen. Das Tee trinken nimmt einen großen Stellenwert bei den Ostfriesen ein und entwickelte sich im Lauf der Zeit. So wird aus der ostfriesischen Teekultur eine ganze Zeremonie, die bestimmten Regeln folgt und fest in den Alltag integriert ist. Bei der ostfriesischen Teetied geht es um mehr als nur Tee trinken. Es ist das Drumherum was das Tee trinken so besonders macht. Kein Wunder also, dass die Ostfriesen ihren Tee nicht nur als Flüssigkeitszufuhr sehen und mit 300 Litern pro Kopf und Jahr an der Weltspitze verweilen.
Die Teezeremonie folgt einer langen Tradition. Durch die Lieferungen von Großbritannien und der Niederlande per Schiff hielt der Tee schon früh in der oberen Bevölkerungsschicht Einzug. Im späten 18. Jahrhundert war es dann auch um die restliche Bevölkerung geschehen und der Schwarztee wurde zum Nationalgetränk und einer kurzen Auszeit aus dem Alltag. Dabei ist der Ostfriesentee kein gewöhnlicher Schwarztee, sondern eine spezielle Mischung aus Assam Tee, Ceylon-, Java- sowie Darjeelingsorten. Dadurch entsteht ein unvergleichlicher Geschmack, kräftig und herb-aromatisch, passend zu den Ostfriesen.
Ostfriesentee und Kluntje – diesen Regeln folgt die Teezeremonie
Bei der ostfriesischen Teetied wird der Tee nicht bloß getrunken, es gibt feste Uhrzeiten und ein bestimmtes Vorgehen, wie das Nationalgetränk getrunken wird. Die festen Teezeiten geben dem Alltag Struktur. Der erste Ostfriesentee wird um 11 Uhr getrunken. Drauf folgt die Hauptteezeit um 15 Uhr, pünktlich zum nachmittäglichen Kuchen essen. Zum Ausklang des Tages wird der Tee dann gegen 20 Uhr noch einmal aufgesetzt. Werden Gäste erwartet, steht auch außerhalb der festen Teezeiten eine Kanne Tee bereit, um angeboten zu werden.
Die Ostfriesen nehmen es ganz genau, wenn es darum geht, den Tee richtig zu trinken. Aus den typischen kleinen Teetassen wird der Tee inklusive Sahne und Kluntje genossen. Wehe dem der den Ostfriesentee umrührt. Der Tee wird in Schichten getrunken. Ganz oben befinden sich einige Tropfen Sahne, das sogenannte Wulkje, dann kommt der Ostfriesentee und auf dem Boden wartet der Kandis, auch Kluntje genannt. Drei Tassen Tee sind Ostfriesenrecht, bringen Sie daher viel Zeit mit, wenn Sie zu einer ostfriesischen Teetied eingeladen sind. Wenn Sie Ihren Bedarf an Tee nach drei Tassen gedeckt haben, legen Sie den Löffel in die Tasse, denn diese ist keinesfalls zum Umrühren gedacht, sondern vielmehr das Signal für den Gastgeber, keinen Tee mehr nachzuschenken. Übrigens: viele Insulaner, darunter auch Norderneyer, nehmen sich eine Flasche ihres Norderneyer Granderwassers mit auf Reisen, um den typischen Geschmack der Heimat genießen zu können.
Entspannen, Genießen, Reden – einfach den Lärm der Welt vergessen, das bedeutet die Teezeremonie für die Ostfriesen. Gerade in unserer Stammgastwoche bringen wir den NAKUK-Gästen ostfriesische Gebräuche, das Land und die Leute näher. Dazu zählt auch eine Einführung in die besondere Teezeremonie. Die ostfriesische Teetied genießen Sie bei Ihrem Aufenthalt im NAKUK mit einem leckeren selbstgebackenen Kuchen. Wer nicht genug von dem Ostfriesentee und seiner Geschichte bekommen kann, der sollte einen Ausflug in das Teemuseum in Norden machen.





