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Seehund
[Seehunn]

Ihr Lebensraum sind das Meer und die Küste. Besonders wohl fühlen sie sich im Pazifik und Atlantik, sie sind aber auch in der Nordsee, im Wattenmeer beheimatet. Die Rede ist von Seehunden. Frisch geschlüpft sehen die jungen Heuler mit den großen Kulleraugen und dem flauschigen Fell harmlos aus, aber die Seehunde gehören zur Gattung der Raubtiere. Auf ihrem Speiseplan stehen neben Fischen auch Muscheln, Tintenfische und Krabben. Bis zu fünf Kilogramm Fisch erbeuten und fressen sie täglich. Ihre Beute finden sie aufgrund ihrer Schnurrbarthaare, die besonders sinnesempfindlich sind und dank ihres torpedoförmigen Körpers sind sie unter Wasser äußerst gewandt. Wohingegen sie an Land eher unbeholfen erscheinen. Kopf und Körper gehen ineinander über und von der Beweglichkeit, die Seehunde im Wasser besitzen, ist an Land nicht mehr viel übrig. Auch die Augen funktionieren an Land nicht so, wie sie es Unterwasser tun, da sie aufgrund der Lichtbrechung des Wassers kurzsichtig sind.
Der Seehund ist ein geselliges Tier, das an Land in kleineren Gruppen zusammenlebt. Direkten Körperkontakt vermeiden sie jedoch. Beobachtet man die Seehunde, die sich in der Nordsee auf Sandbänken ausruhen, so erkennt man, dass sie alle mit einem kleinen Abstand zusammenliegen. Kaum ein Seehund berührt einen anderen. Einzig bei der Fortpflanzung lassen sie Körperkontakt zu. Im Hochsommer werben die Männchen im Wasser um die Weibchen. Elf Monate nach der Begattung kommen die kleinen Heuler an Land zur Welt, die kurz nach der Geburt bereits schwimmen können. Ihr Geburtsgewicht verdoppeln sie bereits einen Monat, nachdem sie das Licht der Welt erblickt haben. Das müssen sie auch, denn die Säugezeit beträgt kaum mehr als sechs Wochen, ehe die Jungtiere sich komplett von Fischen und anderen Meeresbewohnern ernähren und auf sich allein gestellt sind. Noch im ersten Lebensjahr entfernen sie sich bis zu 500 Kilometer von ihrem Geburtsort.
Seehundstation Norddeich
Immer wieder kommt es vor, dass junge Seehunde ohne Muttertier am Strand gesichtet werden. Was fälschlicherweise als verwaister Heuler erkannt wird, kann zur Trennung von Mutter und Junges führen. Die Heuler werden während und auch nach der Säugezeit häufiger von der Mutter alleine an Land gelassen, damit diese auf Beutezug gehen kann. Mit Klagelauten versucht der Heuler, mit der Mutter in Kontakt zu bleiben. In der Regel kehrt die Mutter immer wieder zu dem Jungtier zurück. Wenn Menschen den Heuler jedoch entdecken, ihm zu nahe kommen oder gar anfassen, erkennt die Mutter ihr Junges nicht wieder und verstößt es. Verwaiste Heuler werden daraufhin in eine Auffangstation wie die Seehundstation Norddeich gebracht, um versorgt und zu gegebener Zeit wieder in die Nordsee entlassen zu werden. Ganz so leicht ist die Freilassung jedoch nicht, da den Seehunden unter Umständen bestimmte soziale Verhaltensweisen fehlen und sie so in freier Wildbahn Schwierigkeiten haben. Die meisten Heuler, die in einer Auffangstation landen, hätten diese Hilfe nicht gebraucht. Daher gilt: Wer ein vermeintlich verwaisten jungen Seehund an der Nordsee entdeckt, sollte mindestens 300 Meter Abstand halten und den Heuler auf keinen Fall anfassen, damit die Mutter ihr Junges wiederfindet. Zudem sollte die zuständige Seehundstation über den Fund informiert werden. Machen Sie also gerade Urlaub in unserem NAKUK an der Nordsee und finden bei Ihrem Standspaziergang einen jungen Seehund, informieren Sie die Seehundstation Norddeich.





