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Strandkrabbe

 

Strandkrabbe am Spülsaum der Nordsee, während eine sanfte Welle über den feinen Sand rollt

Ein echter Alleskönner ist die Strandkrabbe, die Sie an der Nordsee auf Ihrem Strandspaziergang bestimmt schon einmal entdeckt haben oder zumindest die vermeintlichen Überreste. Auch als gemeine Strandkrabbe bezeichnet, ist die Strandkrabbe in der Lage, ganze Organe selbstständig zu erneuern oder eine Zeitlang von Kiemen- auf Luftatmung umzusteigen. Bis zu zwölf Stunden können Sie so bei Ebbe ohne Wasser auskommen und von den Wasserreserven, die sie links und rechts unter dem Rückenpanzer anlegen, überleben. Eine weitere Besonderheit liegt in ihrer Wandlungsfähigkeit. Sie haben bestimmt schon einmal ein paar Überreste auf Ihrem Strandspaziergang entdeckt. Diese Überreste gehören vermutlich zu einer Jungkrabbe, die aber nicht zwingend einem Vogel oder Fisch zum Opfer gefallen sein muss. Die Strandkrabbe wechselt, bis sie ausgewachsen ist, fünfmal ihren Panzer. Da dieser nicht mitwächst, muss sie sich diesem entledigen, indem sie den Panzer zum Knacken bringt und abstreift. Nach der Prozedur wird der aufgeknackte Panzer zumeist an Land gespült. Etwa drei Tage dauert es, bis der neue Panzer ausgehärtet ist. Dabei schluckt die Strandkrabbe Wasser, um den weichen Panzer aufzupumpen und zu dehnen.

Ihren Ursprung hat sie im Nordatlantik, durch Verschleppung der Menschen ist die gemeine Strandkrabbe mittlerweile jedoch weltweit angesiedelt. Besonders wohl fühlt sie sich in gemäßigten und subtropischen Küsten, daher wundert es nicht, dass die Strandkrabbe auch an der Nordsee zu finden ist. Auf dem Speiseplan der Strandkrabbe steht so ziemlich alles, was sie finden und erbeuten kann. Neben Muscheln fressen sie auch manchmal ihre Artgenossen, wenn diese frisch gehäutet sind. Besonders wählerisch ist die gemeine Strandkrabbe also nicht, sie findet sowohl in Salz- auch im Brackwasser immer etwas zu fressen. Insgesamt besitzt sie zehn Beine, wobei die vorderen als Scherenpaare dienen, mit denen die Strandkrabbe ihre Beute zerkleinert. Wie der Name bereits vermuten lässt, hält sich die Strandkrabbe vor allem in flachen Gewässern, also Gezeiten- und Flachwasserzonen auf, dabei bewegt sie sich seitlich fort. Einzig in den Wintermonaten findet man sie, um der Kälte zu entfliehen, in tieferen Gewässern. Durch ihren seitlichen Gang wird sie im Plattdeutschen daher auch als Dwarslöper bezeichnet, was übersetzt Querläufer bedeutet. Wenn Sie also bei Ihrem nächsten Urlaub an der Nordsee einen Strandspaziergang machen, halten Sie die Augen offen. Vielleicht entdecken Sie bei Ebbe eine gemeine Strandkrabbe oder ihren abgestreiften Panzer.